Verein AMAZIMA
Schweizer Partnerorganisation des KIGEZI ORPHANS PROJECT
NEWSLETTER AUGUST 2024
An alle, die uns und unserem Herzensprojekt wohlgesinnt gegenüberstehen
Liebe Freundinnen und Freunde des Vereins AMAZIMA
Ja – es hat lange gedauert bis zu diesem ersten Newsletter. Wir mussten ganz einfach zuerst mal Klarheit über unserem Projekt und das Projekumfeld gewinnen. Die vergangenen zehn Monate haben uns die Augen weit geöffnet.
Und nein – wir sind keineswegs naiv in dieses Projekt eingestiegen. Wir waren bloss unwissend. So zufällig wie unser Weg vor nun schon bald Jahresfrist nach Uganda geführt hat, so zufällig sind wir auch in eine Aufgabe reingeschlittert, welche uns in verschiedenster Hinsicht an unsere Grenzen gebracht hat.
Im Newsletter können wir lediglich über den aktuellen Projektstand sowie über die laufenden und geplanten Aktivitäten berichten. Für tiefgründigere und weiterführendere Informationen sowie Bildmaterial verweisen wir gerne auf andere, am Ende des Newsletters aufgeführte Quellen.
Wir sind von den Verantwortlichen des Hauptprojekts, dem KIGEZI ORPHANS PROJECT, zwar nicht gerade übertölpelt worden, dennoch waren unsere Partner in Uganda schlau – oder schlitzohrig – genug, uns nur allmählich häppchenweise über den (maroden) Zustand der Situation vor Ort zu informieren. Wir machen an dieser Stelle auch kein Hehl daraus, dass wir im Zuge der Aufbauarbeiten unseres Vereins und der damit einhergehenden Wahrheitsfindung bereits mehrmals nahe daran waren, den Bettel hinzuschmeissen. Die doch enormen Erwartungen unserer lokalen Projektpartner in Verbindung mit dem daraus resultierenden Arbeits- und Motivationsaufwand haben uns bisweilen nahe an unsere Grenzen gebracht. Letztlich haben uns immer wieder die anlässlich unserer ersten Reise nach Uganda selbst auferlegte Verpflichtung gegenüber den Kindern von Kigezi und unser daraus resultierendes starkes Commitment zum Durchalten bewogen.
Die Spende der Touristen aus Amerika, welche vor zehn Jahren zum Bau des grossen Schulgebäudes geführt hat, war sicherlich gut gemeint, jedoch insofern überhaupt nicht nachhaltig, als sich die Spender anschliessend sehr rasch wieder aus dem Projekt zurückgezogen haben. Die Schule ist zu schnell zu gross geworden, ohne dass die lokalen Verantwortlichen über die verständliche Euphorie hinaus die notwendigen Strategien zur Bewältigung der langfristigen Folgeverpflichtungen erarbeitet haben. Scheitern am eigenen Erfolg.
Derzeit ist die Schule zwar noch nicht in einer desolaten, aber doch sicherlich schlechten Situation. Unterhalt und Anpassungen bei der Infrastruktur werden auf Grund fehlender, bzw. anderweitig priorisierten Mitteln aufgeschoben. Die Lohnzahlungen an die Lehrpersonen und weitere Mitarbeitende sind mehrere Monate in Verzug. Die Nahrungsmittel werden zu einem Grossteil auf Kredit bezogen.
Gleichzeitig hat das Kigezi Orphans Project durchaus berechtigte und erstrebenswerte Expansionspläne. Langfristig müssen in der Region weit mehr Kinder von grundlegenden Bildungsmöglichkeiten profitieren können. Dies ist wiederum nur dann möglich, wenn die ganze regionale Community soweit gestärkt ist, dass Bildung überhaupt erst einmal erschwinglich sein wird. Also gilt es, die dringend notwendigen Agrarprojekte voranzutreiben.
In diesem ganzen Prozess erachten wir es als unsere primäre Aufgabe, die Schule bei den Grundbedürfnissen Nahrung, Infrastruktur und Entschädigungen so weit wie möglich zu unterstützen, damit sie in einem erstrebenswerten Ausmass weiter wachsen kann.
Insofern dürfen wir auf einen erfolgreichen Beginn unserer Vereinsaktivität zurückblicken. Dank dem Startfeuerwerk an Spenden, konnten wir im vergangenen Juli – noch vor dem erwartungsgemäss eingetroffenen Sommerloch – eine erste Unterstützung von CHF 5'000.-- leisten. Mit diesem Betrag konnten die Lohnrückstände um einen Monat verringert und die Nahrungsmittellieferung für den nächste Monat gesichert werden.
Seitens der lokalen Verantwortlichen und in erster Linie im Namen der Kinder von Kigezi bedanken wir uns herzlich für eure Unterstützung!
Neben den Einzelspenden streben wir auch Partnerschaften mit Organisationen und Institutionen an. So möchten wir eine Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden und -schulen der beiden Vereinsverantwortliche in die Wege leiten. Und vielleicht haben wir dereinst
das Glück, auf grössere Unterstützer zu stossen. Schwierige Unterfangen in schwierigen Zeiten werden uns entsprechend viel abverlangen, dessen sind wir uns bewusst.
Gleichzeitig können und wollen wir uns nicht auf den allfälligen Glückstreffer verlassen. Also werden wir den von Beginn weg angestrebten Weg der saften Kontinuität weitergehen, unsere Basis an überzeugten, allenfalls regelmässigen Spenderinnen und Spendern aufrichtig zu pflegen und auf eine sukzessive Erweiterung des Kreises unserer unsere Verbündeten zu bauen. Dieser Weg wird viel Zeit und ebenso viel Geduld wie auch weiterhin viel Arbeit bedeuten. Im Wissen darum, wem dieser Aufwand letztendlich zu Gute kommen wird, scheuen wir uns nicht davor und sind uns auch nicht zu schade dazu, uns wenn immer möglich in unserem näheren und weiteren Umfeld für unser Herzensprojekt einzusetzen.
In diesem Sinne erlauben wir uns auch, den Spenderinnen und Spendern der ersten Stunde einige Flyer beizulegen, mit denen wir weitere Personen auf unser Projekt, die bevorstehenden Aktivitäten sowie auf weiterführende Informationsquellen hinweisen möchten.
Wir danken euch dafür, wenn ihr diese – nach Möglichkeit mit persönlicher Inforation – in eurem Umfeld an Interessierte weitergeben könnt, welche für unsere Idee begeisterungsfähig sind.
Die bereits erwähnten Infolinks sind sowohl auf den Flyern als auch rückseitig auf diesem Newsletter zu finden.
Herzlichen Dank für euer Interesse an unserem Engagement und die entsprechende Unterstützung!
Freundliche Grüsse
VEREIN AMAZIMA
Jürg König, Co-Präsident Micha Bärtschi, Co-Präsident