Fake-Hilfsaufrufe aus Uganda

 

Lieber Jürg

Ich habe in den letzten 3 Jahren mehrere Tausend Franken (!) in Uganda investiert. Ich unterstützte eine (angebliche) Studentin (und deren Familie), damit sie die Ausbildung zu einer Hebamme machen könnte. Ebenso unterstützte ich die Ausbildungs-Institution, welche sie angeblich besuchte. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass ich „nach Strich und Faden“ hereingelegt worden bin. Wegen diesen negativen Erfahrungen werde mich also nicht an Deinem Spendenaufruf beteiligen (Nein - so was will ich nicht mehr erleben!).
Wenn Du „googelst“, findest Du im Internet sehr viele negative Berichterstattungen über „Fake“-Hilfsaufrufe aus Uganda. Ich werde in Zukunft definitiv meine Finger davon lassen. - Ich werde in Zukunft nur noch an Hilfswerke spenden, denen ich absolut zu 100% vertrauen kann. - Die Tatsache, dass es eine Schweizer-Internetadresse für das Hilfswerk in Uganda gibt ist für mich noch lange keine Gewähr, dass es eine seriöse Sache ist (… dass meine Spenden wirklich dort ankommen, wo ich es erwarte.) - Ich fand bei meinen Recherchen mehrere Privatpersonen, Hilfswerke und Kirchgemeinden aus der Schweiz, welche ebenso wie ich, diesem schändlichen Betrug aufgesessen sind. - Ich hoffe, dass Dir und allen Mit-Lesern klar wird, dass ich ebenso wie Du (Ihr) die Unterstützung von Entwicklungsprojekten sehr befürworte aber mich nicht an diesem konkreten Projekt beteiligen werde. (Sorry, wenn ich Deinen „positiven Geist“ hiermit etwas ins Stocken bringe ;-)

Cesi Canonica

 

Lieber Cesi

Besten Dank für deine ausführliche Rückmeldung ...
... und wir können deinen Frust absolut nachvollziehen.
Wir sind uns sehr bewusst darüber, dass Uganda (eines von vielen) heissen Pflastern auf der Welt ist.
Bloss, wir haben uns diesen Ort nicht ausgesucht, sondern sind absolut zufällig dort gelandet.
Und gerade weil die leidtragenden Kinder am wenigsten dafür können, dass sie genau dort leben, haben wir uns erst recht dazu entschlossen, nicht aufzugeben.
Nach sechs Monaten "Formalitätenkrieg" * sind wir nun so aufgestellt, dass wir besten Gewissens an die Öffentlichkeit treten können.
*) Unsere Vereinsstatuten und das Memorandum of Understanding (Zusammenarbeitsvertrag mit Partnerorganisationen und Behörden in Uganda) findest du auf unserer Homepage.
Wir kennen unsere Partner aus dem seit über zehn Jahren laufenden Projekt persönlich und haben uns bereits mehrmals am Ort des Geschehens mit ihnen getroffen.
Aus Überzeugung haben wir bereits recht viel (von unseren doch eher bescheidenen) persönlichen Mitteln und noch viel mehr Zeit und Herzblut in unser Vorhaben investiert, welches zwischenzeitlich auch von der Schweizer Steuerbehörde als gemeinnützige Organisation anerkannt worden ist.
Im Gegensatz zu den grossen, breit anerkannten Hilfswerken kommen bei unserem Projekt sämtliche Spendengelder vollumfänglich genau dort an, wo sie auch gebraucht werden.
Kurz gesagt: Wir wissen sehr gut was wir tun - und wir sind uns der Verantwortung gegenüber unseren Spenderinnen und Spendern absolut bewusst. Ebenso wie unseren Mitstreiteden gegenüber fühlen wir uns aber ab dem Moment der ersten Begegnung auch den (Waisen)kindern von Kigezi verpflichtet.
Nichtsdestotrotz besten Dank für die offene Schilderung deiner leider negativen Erfahrungen. Sie geben uns Kraft und Mut, den Beweis anzutreten, dass wir das besser können!

Freundliche Grüsse

Jürg König / Micha Bärtschi,
Co-Präsidenten Verein Amazima
(amazima = Vertrauen)

 

Vielen Dank für eure professionelle Antwort. Ich wünsche euch, dass sie sich auch in der Zukunft als richtig herausstellen wird.